„Aspekte unzuverlässigen Erzählens in der Jugendliteratur“ von Heidi Lexe

In kids+media, der Zeitschrift für Kinder- und Jugendmedienforschung der Universität Zürich

ist soeben eine Ausgabe zum Thema „Unzuverlässiges Erzählen“ erschienen.

Heidi Lexe, Leiterin der STUBE und Lehrende an der Universität Wien, hat sich in diesem Rahmen mit „Aspekten unzuverlässigen Erzählens in der Jugendliteratur“ auseinandergesetzt.

Artikel-Link: http://www.kids-media.uzh.ch/dam/jcr:4a9f9ded-6bf6-4559-848d-bb17700571ff/lexe.pdf

Gesamtes Heft: http://www.kids-media.uzh.ch/de/2-2017.html

Advertisements

Babybauch und Windelwunder

Mit dir sind wir vier …

Ein neues Familienmitglied kündigt sich an – eine große Freude, aber auch ein bisschen unheim- lich. Was passiert da alles? Was genau schwimmt in Mamas Bauch? Und wie wird es sein, wenn das Baby einmal auf der Welt ist?

Was so aufregend klingt, wird hier in ruhige, schlichte Worte gefasst. Ein Pappbilderbuch, das einen idealen Sprechanlass bietet, Raum für eigene Fragen und Interpretationen belässt sowie verständ- liche Erklärungen liefert.

* Thema „Geschwisterchen bekommen“
* produziert in Deutschland
* niederschwellig, dennoch ästhetisch reizvoll
* Werbematerial: Folder „Nie zu klein für Bücher“
* wir werben in: Eselsohr, borroMedien

Sarah Michaela Orlovský / Birgit Antoni
BABYBAUCH UND WINDELWUNDER
24 Seiten, durchgehend farbig illustriert
16 x 18 cm, Pappbilderbuch
ISBN 978-3-7022-3664-9
ca. € 9,95
Erscheint im Februar 2018

SARAH MICHAELA ORLOVSKÝ
studierte in Wien, einige Auslandsaufent- halte, lebt in der Nähe von Vöcklabruck (OÖ), wurde für ihre Werke vielfach ausgezeichnet. (orlosa.wordpress.com)

BIRGIT ANTONI studierte Schrift und Buchgestaltung sowie Grafik Design an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, seit 1996 freiberufliche Grafi- kerin und Illustratorin, vielfach ausge- zeichnet.

„Das erste Bild dauert immer am längsten“ – Ein Artikel von Tanja Heil über Illustratorin Ulrike Möltgen

Ich kann Ulrike Möltgen gar nicht genug für die wunderschönen Bilder in „ich #wasimmerdasauchheißenmag“ danken.

Wie sie arbeitet, hat mich schon während der Zusammenarbeit an meinem Jugendroman fasziniert. In der Westdeutschen Zeitung gibt sie Tanja Heil Einblick in ihr Atelier und ihre Arbeitsweise:

Quelle: http://www.wz.de/lokales/wuppertal/das-erste-bild-dauert-immer-am-laengsten-1.2514629?page=all

„Das erste Bild dauert immer am längsten“

Die Wuppertaler Illustratorin Ulrike Möltgen hat in den vergangenen Monaten fünf Bücher für Kinder und Jugendliche bearbeitet.

Die Wuppertaler Illustratorin Ulrike Möltgen hat in den vergangenen Monaten fünf Bücher für Kinder und Jugendliche bearbeitet.

So arbeitet Ulrike Möltgen am liebsten: auf dem Boden.Jens Grossmann

So arbeitet Ulrike Möltgen am liebsten: auf dem Boden.

Mirke. Ein düsterer Wald, eine kunterbunte Kinderlandschaft, mal eine Collage, dann wieder feine Pinselstriche – Ulrike Möltgen liebt Abwechslung. „Wenn ich so farbig voluminös wie beim Bär arbeite, dann habe ich wieder Lust auf etwas ganz anderes.“ Fünf Bücher hat die Illustratorin in den vergangenen Monaten bearbeitet, und jedes hat einen völlig unterschiedlichen Charakter. Nur der Arbeitsablauf, der bleibt immer der gleiche: Wenn der Text da ist, steht er erst einmal wie ein riesiges Monument vor der Künstlerin. „Anfangs mache ich einen großen Bogen drumherum.“

Tagelang schleicht Ulrike Möltgen durch die geräumige Altbauwohnung nahe des Mirker Bahnhofs und lässt die Worte und Figuren auf sich einwirken. Ob beim Gassi-Gehen mit dem Hund, beim Einkaufen oder beim Wäschewaschen – immer begleiten sie die Figuren ihres neuen Projekts. Nach und nach manifestieren sich Farben, die zu Szenen oder Figuren passen. Es schält sich heraus, welches Material sie verwenden will. Dann, irgendwann, setzt sich Ulrike Nöligen vor ein weißes Blatt Papier. „Das erste Bild dauert immer am längsten.“ Leicht zwei Wochen verbringt sie damit, bis jedes Detail seinen Platz, seine Form und die richtige Farbe hat. „Das Material hat auch einen eigenen Plan und kommt mir in die Quere“, erzählt die Illustratorin. „Aber das ist ja auch gut so.“

„Manchmal komme ich dann in einen Flow und arbeite 15 Stunden am Tag, fast ohne es zu merken.“

Ulrike Möltgen

Am liebsten sitzt sie auf dem Boden, umgeben von Farben, Papierschnipseln und Stoffen. Dann probiert sie aus, was passt. Ist das erste Bild geschafft, arbeitet sie die restlichen der Reihenfolge nach ab. „Manchmal komme ich dann in einen Flow und arbeite 15 Stunden am Tag, fast ohne es zu merken.“ Die Sammlung, die sie auf dem Tisch ausbreitet, ist bemerkenswert. Ganz aktuell ist der „Kleine Hävelmann“ von Theodor Storm: Der Autor wäre heute 200 Jahre alt geworden. Die Geschichte um den kleinen Jungen, der nicht schlafen will, hat Ulrike Möltgen als Collage gestaltet. Sehr erschöpft sieht die Mutter aus, die stundenlang den Kinderwagen schieben muss. Aufsässig sitzt der Junge darin und fährt schließlich bis zum Mond hinauf. „Eine sehr aktuelle Geschichte“, findet die Mutter eines Teenagers. Für das Hemd, das dem Jungen als Segel dient, hat sie Gaze verwendet. „Das war schwierig, weil das auf dem Scanner nie so liegen geblieben ist, wie ich es haben wollte.“ Das Büchlein hat die Elberfelderin für die Insel-Bücherei illustriert. „Ich habe sogar schon Anfragen für signierte Exemplare von Sammlern erhalten.“

Dem „Bär mit dem roten Kopf“ hingegen hat sie kräftige, flächige Farben gegeben. Die Geschichte war ihre Idee: Der Bär ist traurig, dass außer ihm niemand einen roten Kopf hat. Bis er auf einen Bär mit grünem Kopf trifft. Für Jugendliche hingegen ist „ich: #wasimmerdasauchheißenmag“ mit einer dementsprechend völlig anderen Bildgebung. „Ich habe das ein bisschen realistischer gemacht – wie Modezeichnungen“, erzählt Ulrike Möltgen. Der Kontakt zu dem Buch ergab sich auf der Buchmesse.

Schon mehrfach ausgezeichnet wurde „Wolfsbrot“ vom Verlag Kunstanstifter. Für den Jungen, der durch den dunklen Wald laufen muss, wählte die Künstlerin dunkle Farben und Umrisse, die verschiedene Deutungen zulassen. Und bei „Bluma“ pinselte sie feine Tusche-Striche. Nach all den vielen Büchern macht Ulrike Möltgen jetzt eine künstlerische Pause. Und doch juckt es ihr schon wieder in den Fingern. Lange kann es nicht dauern, bis der Boden wieder mit Papierschnipseln bedeckt wird.

Ö1 Ex Libris vom 20.11.2017 „ich #wasimmerdasauchheißenmag“

Als Jugendbuch des Monats wurde „ich#wasimmerdasauchheißenmag“ am 20.11.2017 in der Sendung Ex Libris auf Ö1 vorgestellt.

Der Beitrag kann unter folgendem Link 7 Tage lang nachgehört werden:

http://oe1.orf.at/player/20171120/494539

Ex libris

Bücher, Menschen, Themen. Moderation: Peter Zimmermann

Up, Up and Away 

Marion Poschmann: Die Kieferninseln, Roman, Suhrkamp Verlag 
Jovana Reisinger: Still halten, Roman, Verbrecher Verlag 
Elias Hirschl: Hundert schwarze Nähmaschinen, Roman, Jung & Jung Verlag 
Zadie Smith: Swing Time, Roman, Kiepenheuer & Witsch Verlag (Übersetzung: Tanja Handels) 

Der lyrische Salon 

Durs Grünbein: Zündkerzen, Gedichte, Suhrkamp Verlag 

Jugendbuch des Monats

Sendereihe

Gestaltung

  • Peter Zimmermann

Ich-Perspektive – Familienlektüre

Ich-Perspektive

Von Andrea Kromoser, Familienlektüre-Kolumne, 6. 10. 2017

Welche Versionen von mir sind möglich? Wer wäre ich heute, hätte ich nicht im Buchhandel gelernt? Welche Studienrichtungen sind für mich denkbar? Warum habe ich nicht Astrologie studiert, oder Informationsdesign, Archäologie? Diese Disziplinen gehören übrigens zu meinen persönlichen Top Ten-Berufsvorschlägen, nach dem Online-Berufskompass des Arbeitsmarktservice. Ja, ich habe einen Berufswahltest im Internet zu Rate gezogen! Und nein, ich möchte mich nicht umorientieren, dass ich meine Arbeit liebe, steht völlig außer Frage. Aber kann es denn schaden, sich trotzdem hin und wieder neu zu denken? Dem Ich die Chance zu geben, gedanklich mal jemand anderer zu sein? Wie war das in der Jugendzeit, als Zukunftspläne noch hin und her wirbeln durften? Jungen Leuten wird das zugestanden, sie dürfen sich erproben, immer wieder neu erfinden. Wer sagt, dass damit später Schluss sein muss?

Nono, die Protagonistin in Sarah Michaela Orlovskýs neuem Jugendroman, ist auf Ich-Suche. In an Tagebucheinträge erinnernden Szenen, Gedanken, Erlebnissen, Dialogen und Listen erzählt sie vom Ausloten unterschiedlicher Realitäten. Ein Ausdrucksmittel ihrer Ich-Konstruktion ist der wiederholte Wechsel des Kleidungsstils: Nono testet Mamas Style, probiert sich als Skaterin, Sportlerin oder Gothic-Girl. Die Outfits sind ein symbolisches Sammelsurium gegen wärtiger als auch zukünftiger Möglichkeiten. – Diesen Roman empfehleich Ihnen ausdrücklich, ganz im Gegenteil zum Berufskompass. Aber Archäologin wäre ich schon gerne. Warum auch nicht?

Dieser Text wurde 2017 in der Oktober-Printausgabe des momag publiziert.

FAMILIENLEKTÜRE

Andrea Kromoser

Kapuzinergasse 6

A – 3340 Waidhofen an der Ybbs

0043 650 3909744

post@familienlektuere.at


ich #wasimmerdasauchheißenmag

Von Sarah Michaela Orlovský, mit Ill. V. Ulrike Möltgen
Dieses Jugendbuch ist 2017 bei Tyrolia erschienen und um € 17,95 im Buchhandel vor Ort erhältlich.

%d Bloggern gefällt das: